{"id":116,"date":"2020-04-24T09:15:17","date_gmt":"2020-04-24T09:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=116"},"modified":"2020-04-25T18:07:25","modified_gmt":"2020-04-25T18:07:25","slug":"vorlaeufige-ergebnisse-der-selbstinitiierte-behandlungen-von-durch-covid-19-betroffenepatientinnen-und-patienten-mit-cannabis-die-wir-gerne-mit-euch-diskutieren-moechten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=116","title":{"rendered":"Vorl\u00e4ufige Ergebnisse der : \u201eSelbstinitiierte Behandlungen von durch Covid-19 betroffene Patientinnen und Patienten mit Cannabis\u201c die wir gerne mit euch diskutieren m\u00f6chten&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Autorin und wissenschaftliche Leitung:  Prof. Dr. phil. habil. Gundula Barsch\/ Uni Merseburg<\/p>\n\n\n\n<p>Hallo liebe Leute,<\/p>\n\n\n\n<p>vielen Dank an alle, die als Covid-19-positiv-Getestete an unserer Umfrage zu \u201eSelbstinitiierte Behandlungen von durch Covid-19 betroffene Patientinnen und Patienten mit Cannabis\u201c (<a href=\"https:\/\/survey.hs-merseburg.de\/index.php\/133554?lang=de\">https:\/\/survey.hs-merseburg.de\/index.php\/133554?lang=de<\/a>) teilgenommen und uns ihre Erfahrungen mit Cannabis als Medizin in dieser Lebenslage mitgeteilt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier erste Ergebnisse zu unserer deutschsprachigen Umfrage, nachdem diese zwei Wochen online war. Eine englischsprachige Fassung ist erst seit Ostern verf\u00fcgbar, zu kurz, um dazu schon etwas zu sagen. Aber wir sind gespannt, was dar\u00fcber mitgeteilt wird, und stellen die Ergebnisse auch dazu hier vor und zur Diskussion. Ja, wir haben zu den ermittelten empirischen Daten eine Reihe Fragen und wollen mit Euch gemeinsam zu einer schl\u00fcssigen Interpretation kommen \u2013 deshalb die Einladung, uns dazu Kommentare zu geben, die weitere Erl\u00e4uterungen erbringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mitwirkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bisher (14.04.2020) haben am deutschsprachigen Teil 595 Personen mitgemacht, leider aber nur 96 Personen auch wirklich bis zum Ende alle Fragen bearbeitet. In der Regel wurde der Fragebogen abgebrochen, wenn wir genauer zur Anwendung von Cannabis als Medizin gefragt haben. Stellt sich uns die Frage, was genau der Grund war, sich aus dieser Umfrage auf halben Weg zu verabschieden: <strong><a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=118\">Angst wegen Datenschutz oder vor Strafverfolgung oder vor Stigma oder gar nicht auf Cannabis zur\u00fcckgegriffen oder\u2026?<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem ersten Kurzbericht werten wir im Folgenden nur die Aussagen derjenigen aus, die die Umfrage vollst\u00e4ndig bearbeitet haben. Ganz am Ende werden wir auch die Ergebnisse auswerten, die uns durch alle, die in irgendeiner Form an der Umfrage teilgenommen haben, zugearbeitet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die TeilnehmerInnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diejenigen, die die Umfrage vollst\u00e4ndig bearbeitet haben, waren im Mittel 31 Jahre alt, die \u00e4lteste Person 69 Jahre, die j\u00fcngste 20 Jahre alt, wobei alle Altersgruppen dazwischen ziemlich gleichm\u00e4\u00dfig besetzt sind \u2013 das hei\u00dft, wir geben hier Informationen weiter, die von einer altersm\u00e4\u00dfig gut durchmischten TeilnehmerInnengruppe stammt. Diese ist allerdings mehrheitlich m\u00e4nnlich \u2013 nur 13 % der Mitwirkenden waren Frauen. Bis auf wenige Antworten von \u00d6sterreicherInnen kamen alle aus Deutschland. Wir hoffen sehr, dass sich dies im weiteren Verlauf der Studie noch \u00e4ndern wird und wir auch Stimme aus dem gesamten deutschsprachigen Raum bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>56 % aller TeilnehmerInnen stellten ihren Status in Bezug auf eine Covid-19- Infektion leider nicht dar. Einige verwiesen darauf, dass sie trotz typischer Krankheitssymptome nicht getestet wurden, Viele kommentierten, dass sie deutliche Krankheitssymptome bemerkten, aber dem allgemeinen Rat folgten und keine Teststelle oder Arztpraxis aufsuchten, sondern die Erkrankung \u201eauf eigene Faust\u201c bew\u00e4ltigt haben (12 %). Die meisten erkl\u00e4rten sich dazu allerdings nicht. Wir wissen aber, dass viele auch Angst vor einschneidenden ordnungspolitischen Isolationsma\u00dfnahmen hatten\/haben und deshalb einer Testung aus dem Weg gingen.&nbsp;<strong> <a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=120\">Wir fragen uns deshalb, was sind die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, nicht beschreiben zu k\u00f6nnen oder zu wollen, wie genau sie von Covid-19 betroffen sind\/waren.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von denen, die den Status ihrer Covid-Infektion beschrieben haben, beurteilten sich zum Zeitpunkt der Befragung 9 % als positiv getestet, aber symptomfrei, 22 % als erkrankt mit leichten Symptomen (Kratzen im Hals, etwas kraftlos), 22 % als positiv getestet und mit mittelschweren Krankheitssymptomen (Fieber, Husten, bettl\u00e4gerig). Bis zu diesem ersten Auswertungszeitpunkt wurde keiner der Mitwirkenden station\u00e4r aufgenommen, also auch nicht intensivmedizinisch betreut. Damit haben wir mit dieser Umfrage Erfahrungen sowohl von Ungetesteten als auch von Covid-19-Getesten mit leichten bis mittelschweren Krankheitssymptomen zusammengetragen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 59 % ohne schwere Vorerkrankungen waren die TeilnehmerInnen der Befragung eher eine recht gesunde Gruppe. Allerdings gaben 41 % durchaus Vorerkrankungen an, die eine Relevanz bei einer Infektion mit Covid-19 haben: vor allem Herzkreislauferkrankungen (meist Bluthochdruck, aber auch Herzinfarkt), Allergien, Asthma, bronchiale Erkrankungen und psychische St\u00f6rungen. Dies waren mehrheitlich auch die Erkrankungen, f\u00fcr die durch 11 % der Mitwirkenden auch ein weiterhin bestehender Behandlungsbedarf ausgewiesen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von den TeilnehmerInnen in der Umfrage hinterlassenen Kommentare lassen darauf schlie\u00dfen, dass mindestens 20 % auch schon vor der Covid-19-Pandemie Cannabis als Medizin konsumiert haben, um bestimmte Leidenszust\u00e4nde zu bew\u00e4ltigen; in der Mehrheit aber auch Erfahrungen mit dem Konsum von Cannabis im Freizeitbereich vorlagen. Keine TeilnehmerIn stellte dar, dass sie\/er ohne Vorerfahrungen unmittelbar auf Cannabis zur\u00fcckgegriffen h\u00e4tte, um Linderung bei Covid-19-Symptomen anzusto\u00dfen. <a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=123\"><strong>Dies scheint uns nachvollziehbar, ist doch das Bild in der Gesellschaft von Cannabis weiterhin durch die Verunglimpfung als \u201eKifferdroge f\u00fcr Suchtkranke\u201c gepr\u00e4gt, so dass es Vorerfahrungen braucht, um sich im Krankheitsfalle auf die M\u00f6glichkeiten von Cannabis als Medizin zu besinnen.<\/strong> Es wird spannend zu erfahren, wie sich das in L\u00e4ndern darstellt, in <\/a>denen Cannabis schon jahrzehntelang als Medizin verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Behandlungsversuche mit Cannabis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mehrzahl der Mitwirkenden musste bei ihren Behandlungsversuchen auf illegalisiertes Cannabis zur\u00fcckgreifen; nur 16 % geh\u00f6rten zur Gruppe der offiziell zugelassenen Cannabis-PatientInnen. Wenn offiziell verschriebenes Cannabis verf\u00fcgbar war, dann wurde mehrheitlich Bedrocan verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Anwendungsform<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch illegalisiertes Cannabis wurde in der Mehrheit als Cannabisbl\u00fcten genutzt, wobei in der Regel nicht sicher benannt werden konnte, ob es sich eher um Bl\u00fcten mit hohem Sativa- oder Indica-Gehalt gehandelt hat. Erstaunlich war, dass von den TeilnehmerInnen sowohl die eine als auch die andere Sorte verwendet wurde. Es wurde also nicht unbedingt streng ein Unterschied gemacht, ob eher dem einen oder dem anderen Pharmaprofil ein positiver Effekt zugesprochen wird?<\/p>\n\n\n\n<p>Nur eine Person ging auf die Unterschiede zwischen den beiden Sorten ein und unterstrich: <em>\u201e\u2026nur mit Indicas, evtl thc-arme Sativas \u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin 5-7 % verwiesen darauf, dass sie CBD-Bl\u00fcten nutzen oder ihre Bl\u00fcten mit CBD-\u00d6l vermischten, vor allem wenn es darum ging, ruhiger zu werden, weniger Angst zu haben und besser Essen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Haschisch als Medizin spielte bei der Bew\u00e4ltigung der Covid-19-Infektion, abgesehen von wenigen Einzelf\u00e4llen, keine Rolle. Auch als Kapseln eingenommenes Cannabis wurde nur in einem Fall genannt: <em>\u201e\u2026 ich empfand Sativex als stark bronchienerweiternd. Leider habe ich hier oft schnell Probleme mit der Mundschleimhaut. Deshalb habe ich mir eigene Lutschtabletten aus THC Extrakten hergestellt\u2026 Lutschtabletten stelle ich selber her mit Karamell, Kamillenextrakt und THC Extrakten. Diese regen den Speichelfluss an und das THC wirkt sich schnell \u00fcber die Mundschleimhaut auf andere Symptome aus.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Dosierung<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die angegebene Dosierung lag zwischen 1-6 Cannabisbl\u00fcten (0,1 &#8211; 0,6 g), die zwischen 10-50 mg THC, pro Dosierungseinheit, ergaben. In der Umfrage l\u00e4sst sich keine ideale Menge erkennen, die von den Mitwirkenden immer \u00e4hnlich verwendet wurde. Es scheint so, dass die UmfrageteilnehmerInnen ihre Dosierung eher ihren sehr unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen oder auch Erfahrungen anpassten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201e\u2026gerade mit h\u00f6herem THC-Anteil half es gegen die krasse Verschleimung, die man sonst schlecht l\u00f6sen kann (trockener Reizhusten). Parallel tritt Durchfall mit \u00dcbelkeit auf, es half auch hier. Als ich einen Anfall von Atemnot hatte und kurz davor war, den \u00e4rztlichen Bereitschaftsdienst zu rufen, nahm ich zuvor etwas oral ein und so wurde die Atemnot und Panik gelindert, dass ich schlafen konnte. Man darf aber ja nicht zu viel nehmen, da sich der Puls erh\u00f6hen und sich die Atemnot sogar verschlimmern kann. Nur moderate Mengen sind hilfreich. Rauchen w\u00fcrde ich es auch nicht, eher oral nehmen oder verdampfen &#8230;\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Cannabisbl\u00fcten wurden von 39 % vaporisiert, von 41 % rein und von 47 % vermischt mit Tabak geraucht \u2013 die abgegebenen Mehrfachantworten verweisen darauf, dass sich keine bestimmte Anwendungsart als besonders bew\u00e4hrt herausstellt. <strong><a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=158\">Das irritiert zumindest deshalb, weil insbesondere in Zusammenhang mit Mischungen aus Cannabis und Tabak eher bekannt ist, dass diese Atemwegsentz\u00fcndungen, Symptome einer Bronchitis, erh\u00f6hten Atemwegswiderstand und Lungenhyperinflation auszul\u00f6sen in der Lage sind.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>25 % der TeilnehmerInnen gaben an, dass sie auch Tropfen und \u00d6l verwendeten, vor allem wenn sie CBD solo oder als Zusatz zu Bl\u00fcten eingesetzt haben. <strong><a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=160\">Dazu wurden 1-2 Tropfen als Mengen angegeben \u2013 wobei leider offenbleiben muss, welche Konzentration diese CBD-Tropfen hatten.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur zwei Aussagen wurden dazu konkreter: (1) <em>\u201e \u2026 vor ca. 4 Wochen bekam ich auf einmal einen sehr trockenen Husten, welcher zwei Wochen anhielt, schlimmer wurde und teilweise bis zur Atemnot f\u00fchrte \u2026 Ich habe daraufhin CBD-Bl\u00fcten vaporisiert, wodurch sich der Husten sehr stark besserte. Nach 2 Tagen habe ich das CBD wieder weggelassen und weiterhin meine normale Medikation (THC) verwendet. Kaum weggelassen, verschlechterte sich mein Zustand wieder stark, der Husten wurde wieder extrem. Ich fing wieder an CBD-Bl\u00fcten zu vaposieren und mein Zustand besserte sich innerhalb von ca. 5 Tagen, so dass der Husten und die Atemnot nahezu verschwanden. Die THC-Bl\u00fcten haben NICHTS am Zustand ge\u00e4ndert, CBD schon! (CBD-Bl\u00fcten mit ca. 18 %) \u2026\u201c<\/em> &nbsp;(2) \u201e<em>\u2026 bin davon \u00fcberzeugt, dass Cannabisbl\u00fcten + 600mg CBD-\u00d6l die Symptome zumindest viel ertr\u00e4glicher machen.<\/em><em>\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nur 9 % der Mitwirkenden nutzen auch Sprays \u2013 vor allem, wenn sie auf legales Cannabis zur\u00fcckgreifen konnten \u2013 wobei sie dann 1-2 Pumpst\u00f6\u00dfe anwendeten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Einnahmeintervalle<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Einnahmeintervallen zeichnet sich ein etwas klareres Bild ab. 17 % berichteten von Anwendungen ein Mal t\u00e4glich, 19 % griffen nach Bedarf auf Cannabis als Medizin zur\u00fcck. Als Bedarfe wurden insbesondere Schmerzzust\u00e4nde wie Kopf- und Gliederschmerzen und Hustenreiz genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin 56 % der UmfrageteilnehmerInnen beschrieben, dass sie mehrmals t\u00e4glich Cannabis zu sich nahmen, wobei mehrheitlich auf einen Abstand von 3-4 Stunden (17 %) verwiesen wurde, 7 % verwendeten Cannabis intensiver und griffen alle 2-3 Stunden darauf zur\u00fcck, weitere 7 % vaporisierten sogar alle 0,5-1,0 Stunde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bezog sich die Anwendung auf ein Mal pro Tag, dann wurde in der Regel davon berichtet, dass Cannabis am Abend konsumiert wurde, einige wendeten nach der Ersteinnahme am Abend etwa drei Stunden sp\u00e4ter nochmals Cannabis an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=135\">Insgesamt zeichnet sich ab, dass die jeweiligen Gr\u00fcnde und Hoffnungen auf Linderung\/Besserung wesentlich darauf Einfluss nehmen, wie die selbst initiierte Behandlung in Dosierung und Einnahmezeiten gew\u00e4hlt wurde.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Erfahrungen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erwartungen an Unterst\u00fctzung bei der Bew\u00e4ltigung einer Covid-19-Infektion bezogen sich in der \u00fcbergro\u00dfen Mehrheit auf die m\u00f6glichen Wirkungen von Cannabis als Anxiolytikum: Ruhiger schlafen (66 %), weniger Beklemmungen\/Unruhe\/Angst (48 %) und das Krankheitsgef\u00fchl begrenzen (46 %). Die vielfache Besetzung der Antwortm\u00f6glichkeiten unterstreicht, dass angstl\u00f6sende Wirkungen nicht an einzelnen Symptombildern festgemacht, sondern mit mehreren Dimensionen beschrieben wurden. Dies unterstreicht, welch hoher Wert sich daraus f\u00fcr die TeilnehmerInnen bei der Bew\u00e4ltigung ihrer Erkrankung ergeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu kommen mehrfache Hinweise darauf, dass Cannabis bei der Bew\u00e4ltigung von Angstst\u00f6rungen sowie bisher nicht gekannten depressiven Verstimmungen hilfreich war und auch die auferlegte Isolation besser verkraftet wurde: <em>\u201e\u2026 Mein Mann hatte w\u00e4hrend der Covid Erkrankung eine depressive Episode, die ihn drei Tage betraf. Bei mir war diese depressive Episode nur ein Tag und h\u00f6chstens halb so schlimm. Bei uns beiden ist keine depressive Erkrankung in der Vorgeschichte vorhanden\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In Anbetracht der medialen Aufbereitung der Pandemie, die zumindest in den ersten Wochen ganz offensichtlich auf die disziplinierende Wirkung von Angst und Schrecken setzte, kann sehr gut nachvollzogen werden, warum gerade dazu von den Betroffenen nach Bew\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeiten gesucht und in Cannabis auch gefunden wurde: (1)<em>\u201e\u2026 einfach nur die Hoffnung auf Abwehr oder Bek\u00e4mpfung eventuell eintretender Erkrankungen. In den letzten Jahrzehnten bin ich nie an etwas Infekti\u00f6sem erkrankt.\u201c (2) \u201e\u2026 In Zeiten von Corona hilft mir Cannabis, in allen Belangen ruhig und entspannt zu bleiben. Es nimmt mir den seelischen Schmerz und gibt mir die Kraft, auch k\u00f6rperlich ohne Schmerzen zu funktionieren. \u00dcbelkeit, Kopfschmerzen, \u00c4ngste, Sorgen, Depressionen etc\u2026\u201c (3) \u201e\u2026ich habe keine Best\u00e4tigung, aber ich habe gesehen, wie Menschen gelitten haben durch Isolation&#8230; Die Angst und der Stress vor dieser Krankheit ist immens gro\u00df. Diese werden durch Einnahme von \u00f6ligem Extrakt bei mir gelindert\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=138\">Als eng mit der anxiolytischen Wirkung verbunden k\u00f6nnte man bewerten, dass von den UmfrageteilnehmerInnen auch angegeben wurde, dass die Atmung ruhiger (31 %), \u00dcbelkeit gemildert (31 %) und weniger Atemnot (28 %) registriert wurde. Wieweit diese Wirkungen allein als psychosomatische Effekte verstanden werden m\u00fcssen, was ihre Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Linderung und Heilung nicht schm\u00e4lert, oder ob sich diese empirischen Befunde auch auf organisch nachweisbare Zusammenh\u00e4nge st\u00fctzen k\u00f6nnen, muss an dieser Stelle offenbleiben.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit Angaben, dass die Atmung weniger schmerzhaft erlebt (16 %) und auch eine Fiebersenkung mit dem Cannabiskonsum in Verbindung gebracht wurde, zeichnet sich sehr deutlich ab, dass Cannabis in Verbindung mit entsprechenden Heilserwartungen in der Lage ist, Krankheitsbew\u00e4ltigungsprozesse anzuschieben und\/oder zu unterst\u00fctzen: <em>\u201e \u2026 <\/em><em>Fieber kam zeitgleich mit n\u00e4chtlicher Unruhe und Stress. Durch THC Konsum wurden diese Symptome gemildert und ich f\u00fchlte mich nicht mehr so fiebrig. Auf meine wirkliche Temperatur hat es, glaube ich, aber keinen Einfluss genommen, hat diese aber ertr\u00e4glicher gemacht.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In den Kommentaren der TeilnehmerInnen wird von 16 % dargestellt, dass Cannabis vor allem den bedr\u00e4ngenden Hustenreiz lindern konnte in der Art, dass der trockene Hustenreiz deutlich gelindert wurde, besser abgehustet werden konnte und sich das (auch beruhigende\/ent\u00e4ngstigende) Gef\u00fchl einstellte, wieder besser Luft zu bekommen: (1)\u201e\u2026 hatte das Gef\u00fchl, dass sich der Schleim l\u00f6ste und ich wieder Luft bekam\u2026\u201c (2) \u201e..Tabak und Rauchen ziemlich problematisch. &nbsp;Atemnot wird durch die beruhigende Wirkung aber besser &#8211; psychisch sehr hilfreich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Keine Effekte<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin zwei TeilnehmerInnen stellten fest, dass ihnen Cannabis bei der Bew\u00e4ltigung von Symptomen der Covid-19-Infektion gar nicht geholfen hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Schlussbemerkungen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dies also ein erster Einblick in Ergebnisse unserer Umfrage, wie sie bis nach dem Osterfest 2020 zustande gekommen ist. Wir bedanken uns bei allen, die bisher an unserer Umfrage mitgearbeitet und uns ihre Erfahrungen auf diese Weise zur Verf\u00fcgung gestellt haben. Die oft sehr ausf\u00fchrlichen Kommentare zu den Antworten erm\u00f6glichen uns nicht nur ein besseres Verstehen der Zusammenh\u00e4nge. Diese ernsthafte Mitarbeit durch Euch an unserer Studie macht auch Mut. Sie widerspricht den Prognosen, die im Vorhinein warnten, allein mit unseren Fragen Mythen und nicht einl\u00f6sbare Erwartungen auf Heilung anzuschieben und gibt uns Recht in der Idee, dass wir mit dieser Umfrage einen wichtigen Einblick erarbeiten k\u00f6nnen, wie sich Menschen mit Cannabis bei einer Covid-19-Infektion selbst helfen. Daf\u00fcr vielen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ihr lesen konntet, haben wir viele Fragen, die sich aus dieser statistischen Kurzauswertungen stellen. Wir laden deshalb ein, mit Kommentaren und weiteren Erl\u00e4uterungen mitzuwirken, die offenen Fragen weiter zu kl\u00e4ren und so ein besseres Gesamtbild davon zu erhalten, wer, wie und mit welchen Effekten Erfahrungen sammelt, wenn Cannabis bei der Bew\u00e4ltigung einer Covid-19-Infektion eingesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden unsere Umfrage zu \u201eSelbstinitiierte Behandlungen von durch Covid-19 betroffene Patientinnen und Patienten mit Cannabis\u201c noch bis Juni fortlaufen lassen \u2013 immer in der Hoffnung, dass sich noch weitere UmfrageteilnehmerInnen finden, die diesen Erfahrungsfundus zusammentragen helfen \u2013 hier geht\u2019s zu unseren Fragen: <a href=\"https:\/\/survey.hs-merseburg.de\/index.php\/133554?lang=de\">https:\/\/survey.hs-merseburg.de\/index.php\/133554?lang=de<\/a> Im Juli geben wir mit einer weiteren dezidierten Auswertung wieder eine R\u00fcckmeldung zu den Ergebnissen unserer Studie und hoffen, dass wir bis dahin auf eine zur\u00fcckliegende merkw\u00fcrdige Zeit zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen. Bleiben oder werden Sie bitte sp\u00e4testens bis dahin richtig gesund!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/survey.hs-merseburg.de\/index.php\/133554?lang=de\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorin und wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. phil. habil. Gundula Barsch\/ Uni Merseburg Hallo liebe Leute, vielen Dank an alle, die als Covid-19-positiv-Getestete an unserer Umfrage zu \u201eSelbstinitiierte Behandlungen von durch Covid-19 betroffene Patientinnen und Patienten mit Cannabis\u201c (https:\/\/survey.hs-merseburg.de\/index.php\/133554?lang=de) teilgenommen und uns ihre Erfahrungen mit Cannabis als Medizin in dieser Lebenslage mitgeteilt haben. 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