{"id":35,"date":"2020-02-16T18:13:00","date_gmt":"2020-02-16T18:13:00","guid":{"rendered":"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=35"},"modified":"2020-02-18T20:38:19","modified_gmt":"2020-02-18T20:38:19","slug":"die-erben-der-angst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=35","title":{"rendered":"Die Erben der Angst"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>wie posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen mit Cannabis gelindert werden\nk\u00f6nnen &#8211; wie der Krieg im Kopf ein Ende findet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>von Christoph Rossner<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Krieg n\u00e4hrt den Krieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Erkenntnis waren in den 20er und 30er Jahren des\n17. Jahrhunderts pfiffige deutsche Staatsm\u00e4nner, Glaubensf\u00fcrsten, Handelsh\u00e4user\nund Banken gekommen und infolge dessen war der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg, wie er bei\nuns genannt wird, der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die bis heute rotierende Spirale aus Profit,\nGlauben und Gewalt. Der Zug der apokalyptischen Reiter war nicht mehr\naufzuhalten und wie immer finden wir schon in dieser Geschichte genug&nbsp; Hinweise auf die Folgen der Verheerungen, die\nvon ihm ausgingen. Der erste und zweite dieser Reiter bringen den Krieg und die\ndirekte Zerst\u00f6rung, durch Pferde, Pfeile und Schwerter, der dritte dieser antiken\nReiter bringt den Zins und den Wucher nach dem Krieg, mit dem die Unterworfenen\nvon den siegreichen Herren belegt wurden. Doch der vierte und letzte dieser\nhistorischen Figuren bringt und verk\u00f6rpert das, was von einem Krieg \u00fcbrigbleibt\nund Generationen die Angst in den Kopf gepr\u00fcgelt hat: Furcht, Krankheit,\nNiedergang und Tod. Diese Vorstellung von Krieg und todbringenden Reitern ist\ndie Blaupause, der Ursprung einer Darstellung, wie eine posttraumatische\nBelastungsst\u00f6rung ausgel\u00f6st werden kann. Dieses Thema ist so alt wie der Krieg\nunter den Menschen selbst. Die Urangst, die wenn sie ausgebrochen ist, uns\nk\u00f6rperlich und seelisch l\u00e4hmt, qu\u00e4lt und auffrisst. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Angst ist vererbbar <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Gro\u00dfv\u00e4ter und Gro\u00dfm\u00fctter, unsere Urgro\u00dfv\u00e4ter und auch\nunsere Urgro\u00dfm\u00fctter, haben in zwei dicht aufeinanderfolgenden Weltkriegen diese\nUrangst am eigenen Leib erfahren m\u00fcssen. Die Auswirkungen dieser Kriege haben\nwir Kinder, Enkelinnen und Urenkelinnen als genetische Erinnerung, als ein Erbe\nmitbekommen. Prof. Dr. Jacek Debiec von\nder Universit\u00e4t von Michigan <a href=\"http:\/\/www.mbni.med.umich.edu\/mbni\/faculty\/debiec\/debiec.html%20%20%20\">http:\/\/www.mbni.med.umich.edu\/mbni\/faculty\/debiec\/debiec.html\n&nbsp;<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>hat mit seiner\nArbeit bewiesen, dass \u00c4ngste von M\u00fcttern genetisch auf das ungeborene Kind\n\u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. Diese Meinung teilt auch die Psychiaterin Dr.\nUlrike Schmidt vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Psychiatrie<a href=\"file:\/\/\/C:\\Users\\BeRo\\AppData\\Local\\Microsoft\\Windows\\INetCache\\Content.Outlook\\M4OIK4CB\\.%20%20https:\\www.deutschlandfunk.de\\traumavererbung-rattenmuetter-uebertragen-angst-auf.676.de.html%3fdram:article_id=293041\">.\n&nbsp;https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/traumavererbung-rattenmuetter-uebertragen-angst-auf.676.de.html?dram:article_id=293041<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber was hat das mit Cannabis zu tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Postraumatische Belastungsst\u00f6rungen (PTBS) sind psychische\nErkrankungen und k\u00f6nnen durch ein- oder mehrere katastrophale Sonderf\u00e4lle oder\nEreignisse ausgel\u00f6st werden. Es reicht wom\u00f6glich aus, wenn man Zeuge einer\nschrecklichen Situation wird, oder enge Angeh\u00f6rige in eine solche verwickelt\nwerden. Die in der Folge auftretenden Symptome wie Angstzust\u00e4nde, Depressionen\noder Spasmen sind oft schwer heilbar und f\u00fchren h\u00e4ufig zu chronischen\npsychosomatischen Erkrankungen. Gerade Menschen, die sich in einer f\u00fcr sie oder\nandere direkt lebensbedrohlichen Situation befunden haben, finden oft nur sehr\nschwer einen Weg zur\u00fcck in die Normalit\u00e4t des Lebens &#8211; Cannabisbl\u00fcten oder\nExtrakte sind hier f\u00fcr viele Menschen die einzige M\u00f6glichkeit, einen Ausweg aus\nder PTBS zu finden. <\/p>\n\n\n\n<p>Michael Krawitz von\nder Vereinigung&nbsp; Veterans for Medical\nCannabis Access (VMCA) <a href=\"http:\/\/www.veteransformedicalmarijuana.org\/content\/about-vmma%20\">http:\/\/www.veteransformedicalmarijuana.org\/content\/about-vmma<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>setzt sich schon\nseit 1997 daf\u00fcr ein, dass Cannabis als Medizin f\u00fcr alle Menschen m\u00f6glich wird, war\nma\u00dfgeblich an der Legalisierung von Medizinalhanf in Virginia\/USA beteiligt und\nhat vor der UN und der WHO die Rechte der Cannabispatienten vertreten. Er kennt\nviele Menschen, die eine PTBS erfolgreich mit Hilfe von Cannabisbl\u00fcten\nbehandeln und erm\u00f6glichte ein Interview mit Aaron Augustis, dem Pr\u00e4sident und\nGr\u00fcnder von&nbsp; VMCA. <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Interview mit Aaron\nAugustis &#8211; Gr\u00fcnder der Veterans for Medical Cannabis Access: <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>1. Wie ist Ihr Name und wie alt sind Sie? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aaron Augustis, 38\nJahre alt. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gr\u00fcnder &#8211; Veteranen\nCannabis Gruppe <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"file:\/\/\/C:\\Users\\BeRo\\AppData\\Local\\Microsoft\\Windows\\INetCache\\Content.Outlook\\M4OIK4CB\\www.veteranscannabisgroup.com\"><em>www.veteranscannabisgroup.com<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>2. Wie ist Ihre PTBS-Krankheit entstanden, was hat sie ausgel\u00f6st? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich wurde w\u00e4hrend\nmeines Dienstes in der US-Armee 2003 f\u00fcr sieben Monate nach Mosul\/Irak f\u00fcr die\nOperation Iraqi Freedom entsandt. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>3. Wie und mit welchen Symptomen manifestiert sich die Krankheit in\nIhnen? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Angst, Hyper-Alarm,\nleicht ausgel\u00f6st durch Kriegsnachrichten. Ich kann eine sehr extreme Person\nsein und habe eine h\u00f6here Risikotoleranz, als die meisten anderen. Dies liegt\nan dem, was ich erlebt habe und wie ich, mental, auf meinen realen\nLebenssituationen im Irak und w\u00e4hrend meines Milit\u00e4rdienstes vorbereitet wurde.\nDie meisten Menschen wurden nicht daf\u00fcr trainiert oder haben sich nie in den\nGeisteszustand versetzen m\u00fcssen, dass man sie t\u00f6tet&nbsp; oder dass man bereit sein muss jemanden\nanderen zu t\u00f6ten, wenn man angegriffen wird.&nbsp;\n<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>4. Welche Medikamente hatten Sie vor der Cannabistherapie genommen? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>keine <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>5. Welche Nebenwirkungen hatten diese Medikamente? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>n\/a <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>6. Wie lange hatten Sie PTBS, bevor Sie Cannabis als Medikament\nentdeckt haben? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich komme aus Nord-CA\n(Nord-Kalifornien) und als ich ehrenhaft aus dem Milit\u00e4r entlassen wurde, zog\nich nach Hause zur\u00fcck. Da ich von Nord-CA komme, hatte ich sofort Zugang zu\nhochwertigem medizinischem Cannabis und begann es sofort zu verwenden. Ich war\nimmer privat Patient, bis acht Jahre nachdem ich entlassen wurde, aber nur weil\nder Veteran Service Officer meines Bezirks mich ermutigte, einen Anspruch f\u00fcr\nPTBS bei der Krankenkasse einzureichen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>7. Wurde Ihnen Cannabis von einem Arzt verschrieben oder haben Sie es\nselbst ausprobiert? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich habe es selbst\nausprobiert und erst dann konnte ich schlie\u00dflich eine Empfehlung bzw. Rezept\nf\u00fcr einen besseren Zugang beantragen, um mich&nbsp;\nvor der Strafverfolgung&nbsp; zu\nsch\u00fctzen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>8. Wie lange nehmen Sie schon Cannabis gegen PTBS? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Seit Dezember 2003 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>9. Welche Nebenwirkungen hat Cannabis auf Sie? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich w\u00fcrde keinen Joint\nrauchen, um mich auf einen Test&nbsp;\nvorzubereiten oder wenn ich f\u00fcr einen Test&nbsp; lerne. Es beeintr\u00e4chtigt bei mir mein\nKurzzeitged\u00e4chtnis, w\u00e4hrend die Cannabinoide in meinem Endocannabinoidsystem\naktiv sind. Zu viel Konsum macht mich lethargisch und senkt meine\nMotivation.&nbsp; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>10. Wie viel Cannabis, welche Arten konsumieren Sie t\u00e4glich? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich benutze den\nBl\u00fctenanteil der Pflanzen. Ich w\u00fcrde sagen, ich kann bis zu zwei, drei Gramm\nt\u00e4glich konsumieren. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>11. Welche Form des Konsums bevorzugen Sie?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Pur-Joints,\nVerdampfer, saubere Bongs \/ Wasserpfeifen, im Grunde genommen rauchend, da die\nWirkstoffe so schnell in meinen Blutkreislauf gelangen und ich die Dosierung\ngut kontrollieren kann. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>12. Hat Cannabis Ihr Leben ver\u00e4ndert? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ja, es ist viel ges\u00fcnder\nals die Verwendung anderer Medikamente, Drogen oder Alkohol&nbsp; zur Behandlung von Symptomen der PTBS. Es\ngibt keinen Kater-Effekt oder Nebenwirkungen auf meinen K\u00f6rper, wie bei Alkohol\nam n\u00e4chsten Tag. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Professor Hill und\ndas beliebteste Unkraut der Welt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Hill ist Suchtmediziner, Direktor der Abteilung\nf\u00fcr Suchtpsychiatrie am Beth Israel Deaconess Medical Center sowie\nAssistenzprofessor f\u00fcr Psychiatrie an der Harvard Medical School und Autor des\n2015 in den USA erschienenen Buchs <em>Marijuana:\nDie unvoreingenommene Wahrheit \u00fcber das beliebteste Unkraut der Welt<\/em> (The\nUnbiased Truth about the World\u2019s Most Popular Weed&nbsp; Hazelden, M\u00e4rz 2015). Dr. Hills klinische\nForschung konzentriert sich in erster Linie auf Medikamente und\nVerhaltensinterventionen, um Menschen zu helfen, die unter ihrem&nbsp; Marijuanakonsum leiden und diesen beenden\nwollen. Dr. Hill erhielt von der NIDA (National Institute on Drug Abuse) den\nAuftrag und auch Geldmittel, um die Wirksamkeit einer synthetischen Marihuana-\u00e4hnlichen\nVerbindung, Nabilon (Marinol, synthetisches \u2206-9THC), als potenzielle\nmedikament\u00f6se Behandlung f\u00fcr Patienten mit &#8222;Marihuana-Sucht&#8220; zu\ntesten. Diese Forschungsarbeit &nbsp;wurde von\nNIDA, den Brain and Behavior Research Foundations der American Lung\nAssociation, dem Greater Boston Council on Alcoholism und der Peter G. Dodge\nFoundation finanziert. Er erhielt f\u00fcr seine Arbeit mehrere Auszeichnungen und\nver\u00f6ffentlichte viele Arbeiten zu zahlreichen Suchtthemen. Dr. Hill betreut\nweiterhin Patienten in seiner Privatpraxis und ber\u00e4t die Boston Red Sox, die\nNational Football League und die National Basketball Association. Sein Buch\n\u00fcber Marijuana wurde in Fachkreisen sehr gelobt, Mitch Earleywine, Professor\nund Direktor f\u00fcr klinische Ausbildung an der University Albany, &nbsp;Vorsitzender des Vorstands der NORML (National\nOrganization for the Reform of Marijuana Laws), nennt es eine gro\u00dfe\nBereicherung, da es eine L\u00fccke an Informationen \u00fcber Hanf schlie\u00dfe und dazu beitrage,\nneue, wichtige Ansichten im Umgang mit dieser Pflanze zu erm\u00f6glichen. Hierzu\ngeh\u00f6rt auch die Therapie von PTBS mit Hilfe von Cannabisbl\u00fcten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>PTBS erh\u00f6ht das\nSuchtpotential<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Hill hat in seinen Studien festgestellt, dass\nviele Menschen, die an PTBS leiden, zu Selbstmedikation mit Hilfe von\nberauschenden Substanzen wie Alkohol, Nikotin , Kokain, Opiaten und auch\nCannabis neigen. Hier ist klar ein personen\u00fcbergreifendes Muster bei den&nbsp; Erkrankten zu erkennen, egal aus welchem\nsozialen Umfeld die betroffene Person stammt. In einer Studie mit 615 deutschen\nSoldaten, die im Kosovo oder in Afghanistan im Einsatz waren und seitdem unter\nPTBS leiden ( <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3446197\/%20\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3446197\/<\/a>\n) wurden die unterschiedlichsten Symptome und Auswirkungen erfasst; diese\ndecken sich mit den Erfahrungen und Beobachtungen von anderen Wissenschaftlern,\ndie sich ebenfalls mit diesem Thema besch\u00e4ftigen: Der Krieg ist im Kopf der\nBetroffenen geblieben &#8211; und die Angst auch.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Interview mit Prof.\nDr. Hill:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sehr geehrter\nHerr&nbsp; Prof. Dr. Hill,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>vielen Dank f\u00fcr Ihre\nZeit, anbei die Fragen f\u00fcr meinen Artikel zu Cannabis und posttraumatischen\nBelastungsst\u00f6rungen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>1. Sie haben 2015 das Buch Marijuana: Die unvoreingenommene Wahrheit \u00fcber\ndas beliebteste Unkraut der Welt ver\u00f6ffentlicht und damit vielen Menschen eine\nneue Sichtweise auf die Cannabispflanze und deren Konsum erm\u00f6glicht. Was war\nIhr Antrieb dies zu tun? Wollten Sie Eltern eine M\u00f6glichkeit geben, sich mit\nIhren Kindern realistisch \u00fcber die Drogenpflanze Hanf zu unterhalten?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich arbeite seit \u00fcber\neinem Jahrzehnt mit Patienten mit Substanzkonsumst\u00f6rungen.&nbsp; W\u00e4hrend dieser Zeit habe ich einige kleine\nklinische Studien durchgef\u00fchrt, die darauf abzielten, Medikamente f\u00fcr Patienten\nmit Cannabiskonsumst\u00f6rungen zu entwickeln.&nbsp;\nInfolgedessen begannen Gesundheitsexperten und Gemeinschaften, mich zu\nfragen, ob ich \u00fcber cannabisbezogene Themen sprechen m\u00f6chte, da Staaten und\nL\u00e4nder eine \u00c4nderung ihrer Cannabispolitik in Betracht ziehen.&nbsp; Damals wurde mir klar, dass es eine gro\u00dfe\nL\u00fccke zwischen der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung und der Wissenschaft gibt.&nbsp; Gerade f\u00fcr junge Menschen nutzten viele\nSchulen &#8222;Angsttaktiken&#8220; erfolglos, um \u00fcber Cannabis aufzukl\u00e4ren.&nbsp; Oftmals haben diejenigen, die &#8222;Angsttaktiken&#8220;\nanwenden, nie wirklich mit Patienten gearbeitet.&nbsp; Meine klinische Erfahrung hat mich gelehrt,\ndass ein vern\u00fcnftiger, Evidenz-basierter Ansatz am besten funktioniert, und ich\nhabe versucht, einen solchen Ansatz in dem Buch zu verfolgen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>2.&nbsp; Menschen, die in Kriegen\nextremen Situationen ausgesetzt sind, ob nun Zivilisten oder Soldaten, leiden\noft danach unter posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen. Hat die PTSD zur Folge,\ndass diese betroffenen Menschen&nbsp; Linderung\nin Rauschzust\u00e4nden suchen, weswegen viele dieser Menschen&nbsp; z.B. Tabak, Alkohol, Schmerzmittel, Opiate\nund Cannabis konsumieren und davon psychisch oder physisch abh\u00e4ngig werden\n(Polytoxikomanie)? Ist dies richtig und wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang\ndie Therapie mit Cannabis? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Menschen mit PTBS\nleiden sehr stark und wenden sich oft an Substanzen zur Linderung.&nbsp; Viele berichten, dass Cannabis ihnen hilft,\ndaher ist es ermutigend, dass derzeit Forschungen durchgef\u00fchrt werden, um die\nAuswirkungen von Cannabis und Cannabinoiden auf die Symptome der PTBS zu\nermitteln.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>3. Marijuana kann und wird als Therapeutikum bei posttraumatischen\nBelastungsst\u00f6rungen angewandt, in den USA gibt es laut Michael Kravitz vom\nVerband&nbsp; Veteranen f\u00fcr den medizinischen\nCannabis-Zugang [VMCA] sehr viele Betroffene, die ihr Leid mit dem Konsum von\nmedizinischem Cannabis lindern. Welche M\u00f6glichkeiten gibt es hier, Cannabis so\neinzusetzen, dass eine Linderung der Symptome einsetzt und bestehen bleibt?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Forscher wie Dr. Sue\nSisley f\u00fchren klinische Studien durch, um die Auswirkungen von Cannabis auf die\nPTBS konsequent zu dokumentieren.&nbsp;\nStudien wie diese k\u00f6nnen zeigen, dass Cannabis oder Cannabinoide wie\nCannabidiol eine wirksame Pharmakotherapie f\u00fcr PTBS darstellen.&nbsp; Wenn sie es tun, dann werden die Patienten\nwahrscheinlich Cannabis oder Cannabinoide einsetzen, um diese Symptome zu\nlindern.&nbsp; In diesem Stadium sind die\npositiven Auswirkungen von Cannabis auf die Symptome der PTBS jedoch weitgehend\nanekdotisch, obwohl es eine Beobachtungsstudie von Greer et al. gibt, die die\npositiven Auswirkungen von Cannabis auf die Symptome der PTBS zeigt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>4. In Deutschland hat es nach dem 1. und 2. Weltkrieg sehr viele Opfer\nin der Zivilbev\u00f6lkerung und bei der Wehrmacht gegeben, die extremen Situationen\nausgesetzt waren und somit unter einer posttraumatischen St\u00f6rungen gelitten\nhaben\/leiden, wie heute Menschen aus z.B. Syrien, dem Jemen oder Afghanistan.\nK\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass man diesen betroffenen Menschen&nbsp; mit einer dementsprechenden begleiteten\nCannabis-Therapie Linderung verschaffen k\u00f6nnte?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>M\u00f6glicherweise.&nbsp; Deshalb sind streng gestaltete randomisierte\nklinische Studien (RCTs) so wichtig.&nbsp;\nWenn RCTs die Wirksamkeit der Cannabis-Pharmakotherapie bei PTBS\nbelegen, w\u00fcrde dies den Weg f\u00fcr eine breitere Anwendung dieser Behandlung\nebnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>5. Es gibt bereits Therapieans\u00e4tze und Erfolge mit Cannabistherapien\nbei anderen psychischen Erkrankungen, wie Angstzust\u00e4nden und Depressionen, die\nauch im Rahmen von Posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen auftreten k\u00f6nnen. Da\ndie Kosten f\u00fcr Cannabiskraut um ein vielfaches geringer sind, als die\nBehandlung mit den synthetischen Cannabis-Pr\u00e4paraten, w\u00fcrde sich eine Therapie\nmit standardisiertem Cannabiskraut anbieten, da hier auch die Nebenwirkungen\nabsehbar w\u00e4ren. Haben Sie hierzu schon Erfahrungen machen k\u00f6nnen und wenn ja,\nwie waren Ihre Erfolge dabei? <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Da ich hier in den\nVereinigten Staaten nicht im Krankenkassensystem bin, habe ich keine Patienten\nmit PTBS mit Cannabis oder Cannabinoiden behandelt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cannabis nimmt die\nAngst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Studie, die schon 2012 ver\u00f6ffentlicht wurde, <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/22736575%20\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/22736575<\/a>\nzeigt uns deutlich, wie Menschen, die an PTBS leiden, mit Cannabisextrakten\noder Cannabisbl\u00fcten geholfen werden kann. Egal wie stark ausgepr\u00e4gt die Symptome\nwaren, mit der Einnahme von Cannabis konnten diese gelindert oder sogar geheilt\nwerden. Auch bei Opfern des Dritten Reichs, die bereits seit 25 Jahren in\nisraelischen Altersheimen mit Cannabis behandelt werden, hat das nat\u00fcrliche\nHeilkraut den Geist befriedet und den&nbsp;\nHolocaust aus dem Kopf genommen<a href=\"file:\/\/\/C:\\Users\\BeRo\\AppData\\Local\\Microsoft\\Windows\\INetCache\\Content.Outlook\\M4OIK4CB\\.%20%20https:\\www.berliner-zeitung.de\\gesundheit\\-israel-cannabis-forschung-marihuana-im-altenheim-6717424\">.&nbsp;\nhttps:\/\/www.berliner-zeitung.de\/gesundheit\/-israel-cannabis-forschung-marihuana-im-altenheim-6717424<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutschland braucht\nCannabis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nDeutschland hat dieser Krieg stattgefunden, in Deutschland wurden die Gr\u00e4ueltaten\nerdacht und vollbracht, w\u00e4re es nicht langsam an der Zeit, auch dem Volk der\nT\u00e4ter eine M\u00f6glichkeit der Linderung zu geben? Was f\u00fcr Holocaust-\u00dcberlebende und\nUS-Soldaten Linderung ihrer Leiden darstellt, kann auch in Deutschland nicht\nschaden, ganz im Gegenteil, wenn man die alkoholisierten Massen und die\nAlkoholmengen, die in unserem Land verk\u00f6stigt werden, betrachtet: 11,4 Liter\nreiner Alkohol stellen f\u00fcr alle Bewohner von 0-99 eine krasse medizinische und\ngesellschaftliche Bedrohung dar. Sch\u00e4digungen von Neugeborenen durch\nm\u00fctterlichen Alkoholkonsum w\u00e4hrend der Schwangerschaft sind in den letzten\nJahren empfindlich angestiegen. <a href=\"http:\/\/www.dhs.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/Factsheets\/Alkohol_in_der_Schwangerschaft.pdf\">http:\/\/www.dhs.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/Factsheets\/Alkohol_in_der_Schwangerschaft.pdf<\/a>\nWenn man dann noch einen Blick in die Bahnh\u00f6fe, Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen oder\nWeihnachtsm\u00e4rkte der Bundesrepublik wirft und sieht, was Bier und Schnaps\nanrichten k\u00f6nnen, wei\u00df man: Deutschland hat ein Rauschgiftproblem und das hei\u00dft\nEthanol-Konsum bzw. Alkoholismus. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2018-05\/who-alkoholkonsum-deutschland-hoch-europa-vergleich-studie\">https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2018-05\/who-alkoholkonsum-deutschland-hoch-europa-vergleich-studie<\/a>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Muss also Alkohol strenger reglementiert werden? Wir wissen\naus der Geschichte, dass (Alkohol-) Prohibition nicht funktioniert. W\u00e4re es da\nnicht sinnvoller, alte Verbotsstrukturen zu \u00fcberdenken und in Deutschland endlich\ngesunde Alternativen zum Alkoholkonsum zu etablieren? Mit Cannabis k\u00f6nnte vielen\nMenschen eine M\u00f6glichkeit gegeben werden, ihren Alkoholkonsum auf das von der\nWHO empfohlene Ma\u00df von maximal zweimal 600 ml Bier pro Woche zu reduzieren. Bei\noralem Gebrauch in Form von Getr\u00e4nken oder Speisen hat Hanf bzw. Cannabis nur\npositive, heilende Eigenschaften, keine negativen Nebenwirkungen, und ist laut\neiner Studie von Toni B\u00fccher 5000mal weniger suchtgef\u00e4hrdend als Alkohol. Aufgrund\nseiner angstl\u00f6senden und antidepressiven Eigenschaften ist Cannabis eine\noptimale, nat\u00fcrliche Therapie-Alternative, die auch zum Zwecke einer\nSelbstmedikation ohne H\u00fcrden erh\u00e4ltlich sein sollte. In Indien und Bangladesch\nwird seit Jahrtausenden von sehr vielen Menschen Bang-Butter als Grundnahrungsmittel\nverwendet. Kleinkinder und Schwangere essen dieses THC-und CBD-haltige\nLebensmittel t\u00e4glich. Berber in Marokko verwenden Hanf-Kiff, um daraus mit\nHonig eine heilsame Naturmedizin herzustellen, die auch bei Kindern und\nSchwangeren Anwendung findet. Sogar von den preu\u00dfischen Offizieren der\nKaiserzeit wurde Hanfkraut in kleinen silbernen Knasterpfeifchen gut und gerne\ngeraucht, weil es, frei nach Wilhelm Busch, &#8222;der Seel` a Ruh` gibt&#8220;\nund, wie wir nun ja wissen, posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen lindert bzw.\nheilt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus der Vergangenheit\nlernen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland seit 500 Jahren\nimmer wieder Menschen durch Kriege in Extremsituationen gebracht wurden und\nzwei dieser Ereignisse erst circa 70 und 100 Jahre zur\u00fcckliegen, sollten wir\nuns bewusst machen, dass wir aufgrund unserer Pr\u00e4gung eine Urangst vor Flucht,\nKrieg und Gewalt seit Generationen sogar genetisch an unsere Kinder weiter\ngeben, nicht \u201enur\u201c, wie zum Beispiel von Ingrid M\u00fcller-M\u00fcnsch in ihrem Buch <em>Die gepr\u00fcgelte Generation <\/em>beschrieben,\ndurch krankhaftes, gewaltt\u00e4tiges Verhalten in Familie und Gesellschaft. Dieses\nkrankhafte Verhalten ist eine B\u00fcrde, die der &#8222;fromme Deutsche&#8220; als\nmoralischen Kompass seit der Reformation und dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg mit sich\nherum tr\u00e4gt und als Psychose an seine Kinder weiter gibt. Gleiches gilt f\u00fcr\nEngl\u00e4nder, Franzosen, Spanier, Russen und \u00d6sterreicher, usw. Aktuell erleben\nwir durch die Fl\u00fcchtlinge, die aus Krisen-und Kriegsgebieten zu uns kommen,\ndass diese Spirale der Angst noch nicht beendet wurde und deutlich weitere\nKreise zieht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der vierte Reiter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kinder und Erwachsene verarbeiten extreme Erlebnisse\nunterbewusst und k\u00f6nnen dadurch in ihrer Entwicklung und dem sp\u00e4teren Leben\nmassive gesundheitliche Problem erleiden, die dann weiter vererbt werden k\u00f6nnen.\nDie Autoren Michael Schneider und Joachim S\u00fcss haben in <em>Nebelkinder &#8211; Kriegsenkel treten aus dem Traumaschatten der Geschichte <\/em>in\nvielen Fallbeispielen gezeigt, wie tief verwurzelt diese St\u00f6rungen in uns weiter\nleben und wie uns der vierte apokalyptische Reiter immer noch qu\u00e4lt und im\nGriff hat. Wir k\u00f6nnten uns diesem Griff endlich und nachhaltig entwinden, wenn\nunsere politischen Entscheidungstr\u00e4ger sich dazu durchringen k\u00f6nnten, ein Kraut\nzu re-legalisieren, das den Menschen die Heilung und Befriedung geben kann, die\nsie ben\u00f6tigen &#8211; denn mit Alkohol, Barbituraten und Opiaten geht es nicht, das zeigen\nuns die letzten 100 Jahre der Hanf-Prohibition. Wir sollten dem vierten Reiter\nendlich das geben, was er schon so lange sucht: Peace!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wie posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen mit Cannabis gelindert werden k\u00f6nnen &#8211; wie der Krieg im Kopf ein Ende findet von Christoph Rossner Krieg n\u00e4hrt den Krieg Zu dieser Erkenntnis waren in den 20er und 30er Jahren des 17. Jahrhunderts pfiffige deutsche Staatsm\u00e4nner, Glaubensf\u00fcrsten, Handelsh\u00e4user und Banken gekommen und infolge dessen war der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg, wie er bei &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/freies-ganja.de\/?p=35\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Erben der Angst\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35"}],"collection":[{"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68,"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35\/revisions\/68"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/freies-ganja.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}